GravCMS: Einfacher als Jekyll und Github Pages?

Ich hatte mich 2016 intensiv mit dem statischen Seitengenerator Jekyll und der Integration auf Github Pages beschäftigt. Zielstellung war hierbei stets, dass Beiträge und Inhalte von externen Personen sehr einfach weitergenutzt bzw. ebenfalls einfach verändert werden sollten. Und zwar ohne den Schritt, dass ich für alle Personen einen Account in meinem Blog anlege und ihnen Zugriff gewähren muss, wie man es jetzt z.B. bei WordPress-Blogs macht. Mit Github Pages, Jekyll sowie Git allgemein konnte dieses Ziel technisch gut umgesetzt werden.
Das Problem: Jekyll, Markdown, Github Pages sowie Git (und die zahlreichen Fachbegriffe) waren eine eher komplizierte Kombination. 😉 Sehr gut wurde diese Problemstellung im folgenden Tweet von Kai Obermüller dokumentiert, nachdem ich das Projekt Open Online Explorer vorgestellt habe auf dem Educamp 2016 Hattingen 😀 :

GravCMS – offen UND einfach genug?

Durch Paul Hibbits aus Kanada bin ich auf GravCMS gestoßen. Der Vorteil von Grav: Das CMS kann mit einem Admin-Plugin erweitert werden, sodass auch Laien einfach Inhalte bearbeiten können, ohne dass ich sie auf Github oder andere Webseiten/Desktop-Programme loslassen müsste. Es gibt also wie bei WordPress ein Backend, welches im Browser benutzt werden kann.
Der richtig große Vorteil: Die Änderungen an Inhalten, die über das Admin-Backend im Browser gemacht werden, können über ein Synchronisationsplugin direkt auf Github (oder Bitbucket und andere Git-Dienste) transferiert werden, sodass Externe (siehe Zielstellung oben) auch via git mit den aktuellen Inhalten arbeiten können. Die Inhalte sind also nicht wie bei WordPress in der Datenbank versteckt, sondern sind als Dateien öffentlich einsehbar. In der folgenden sind diese Externen die „Other contributors“.

Die Entwickler*innen von Grav verfolgen außerdem eine sehr spannende Philosophie, weil sie das „Zusammenbrechen“ von Systemen bzw. auch ihres eigenen Systems miteinkalkulieren:

WordPress-Blogs von temporären Projekten fallen ja oft mangelnder Wartung (Updates einspielen z.B.) nach dem Projekt zu Opfer, weil niemand mehr Zeit hat und sich schon um den neuen Projektblog kümmern muss. Nachhaltigkeit ist schwierig bei Inhalten im Netz, aber eben immens wichtig für OER.

Mehr über Grav erfahren:

Mehr zum Thema findet Ihr bei Paul Hibbits, der u.a. auch ein Grav-Skeleton (Vorlage) für OER erstellt hat und Grav auch mit in Verbindung mit dem LMS seiner Hochschule nutzt. Infos zu Grav gibt es auf getgrav.org.
Ich werde mich in den kommenden Wochen mit Grav intensiv auseinandersetzen. Falls jemand ebenfalls mit Grav werkelt – ich freue mich immer über einen Austausch zwischen Edu-Hacker*innen. 🙂

5 Kommentare

Welche Erfahrungen hast du jetzt sammeln können? Grav sieht nett aus, hatte auch automad und co schon mal im Visier, aber für meine eigenen Seiten bin ich irgendwie weg von den CMSen. Entweder haste Albträume wie WordPress oder bist wieder in der nerd welt (die gnzen static site gens) – mag ich nicht beim schreiben. Nach Serendepity hatte ich die Schnauze voll von dieser Art Web CMS und bin nach nem weiteren kurzen Intermezoo, dann doch be nem eigenen static site generator gelandet – lange bevor die wieder modern wurden 🙂 Mit UI lokal, da ich keinen bock hatte nur im texteditor zu tippen.

Hi Jens, danke für deinen Kommentar! Ausführlich in der Praxis erprobt habe ich Grav noch nicht – sobald ich handfeste Erfahrungen habe, reiche ich die nach. 🙂

Hi Matthias!
Zu allererst: bin großer Fan Deiner Herangehensweise und , und GravCMS mit Gitlab-Plugin scheint mal wirklich eine spannende Alternative zu sein. Habe es ohne und mit OER-Paket auch schon getestet, ist richtig schick!
Ich überlege gerade, den gitbook.io-Workflow mit Grav (entweder im OER Content Space oder mit eigener Particle-Collection) zusammenzuschließen, um nicht an gitbook.com gebunden zu sein – also GitBooks über Grav auszuspielen und den userfreundlichen Editor nutzen zu können 🙂
Da Du mit Jekyll und GitPages schon experimentiert hast, meine Frage, ob Du zufällig in die Richtung schon mal probiert hast?
Sonnige Grüße aus Hamburg und vielleicht ja auf einen Kaffee beim OERCamp Nord?

Hi Tobias,
danke für das positive Feedback! 🙂
Ich müsste mir den gitbook.io-Workflow noch in Ruhe anschauen, hab da keine echten Erfahrungen.
Auf dem OERcamp Nord bin ich leider nicht vor Ort, aber werde das Geschehen auf Twitter nachverfolgen später. Ansonsten bin ich immer für einen Kaffee und NOERdtalk zu haben 😉
Grüße aus Köln!