BR-Unterrichtsmaterial „so geht Medien“: Einsatz nur bis Klasse 10 erlaubt!

Ein Drama in vier Akten: Das gut gemeinte Schulprojekt „so geht MEDIEN“ vom Bayerischen Rundfunk (BR) ist ein toller Beleg dafür, dass klare Lizenzangaben sowie die Debatte um Open Educational Resources (OER)* enorm wichtig sind – auch und gerade für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR).
Wie alles begann:
[* Als OER wird u.a. Lehr- und Lernmaterial bezeichnet, welches möglichst frei verwendbar ist in der Bildungsarbeit. Die freie Verwendung wird über die Lizenzierung durch Creative Commons Lizenzen (CC0, CC BY, CC BY-ShareAlike) sichergestellt.]

I. Wow, Youtube-Lernvideos für die Schule vom Bayerischen Rundfunk!

Das hört sich erstmal super an: „’so geht MEDIEN‘ ist ein Bildungsangebot von ARD, ZDF und Deutschlandradio, das federführend vom Bayerischen Rundfunk und auf br.de/so-geht-medien.de umgesetzt wird“. In Youtube-Videos werden Tipps für das Produzieren von Videos mit dem Smartphone oder Medien-Basics wie Journalismus oder Fake News kurz erklärt:

Weiterhin gibt es Quizzes und weiteres Online-Unterrichtsmaterial. Eingesetzt werden sollen die Inhalte in der Schule, Altersgruppe 14 bis 16 Jahre.

II. Cool, aber wie darf das Material verwendet werden?

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk nimmt also Geld in die Hand, um gute Inhalte für den Unterricht zu produzieren, sodass mediale Themen aufgegriffen werden können. „Chapeau!“ wollte ich direkt sagen – nur leider fanden sich auf der „so geht Medien“-Seite nirgendwo klare Hinweise zur Lizenz, unter welcher das Material verfügbar ist und in welchen Bildungskontexten es genutzt werden darf. Wenn man wie ich schon etwas länger im Bereich Medienbildung / Open Educational Resources (OER) aktiv ist, dann wird man an diesem Punkt sehr, sehr stutzig. Das Urheberrecht in Bezug auf Onlineinhalte und den schulischen Einsatz ist nämlich alles andere als einfach in Deutschland. Lehrer*innen sind leider oft verunsichert, ob sie eine bestimmte Quelle im Unterricht nutzen dürfen oder ob sie dabei eine Urheberrechtsverletzung begehen.

Und warum eigentlich nicht unter freier Lizenz?

Es muss ja nicht immer eine freie Creative Commons Lizenz sein, aber gerade bei dem öffentlich finanzierten Angebot vom BR und einer reinen Eigenproduktion hätte sich das ja eigentlich angeboten. Und es wäre einfach umzusetzen gewesen, dachte ich mir. Zum Glück gibt es ja Twitter und die freundlichen Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, die man einfach mal fragen kann, welche Nutzung erlaubt ist und warum das eigens vom BR produzierte Material nicht unter freier Lizenz steht:
https://twitter.com/m_andrasch/status/810901370203213824

III. Alles erlaubt!

Auf meine drei Beispiele Medienpädagogik-Workshop (Hochschule oder Fachtagung), schulisch wie außerschulischer Bereich, evtl. auch im Kontext privater/gewinnorientierter Träger sowie non-profit/gemeinnütziger Bereich kam die folgende, sehr positive Antwort:

„Super, finde ich voll gut!“ dachte ich mir, wollte das jedoch noch in irgendeiner Form schriftlich haben. Klingt vielleicht kleinkariert, aber falls ich das Material auf einer Fachtagung nutze und dort bspw. ein Livestream angeboten wird, der Vortrag aufgezeichnet wird oder ich ein BR-Video in eine öffentlich-einsehbare Präsentation packe, würde ich da gerne auf die Nutzungsbedingungen des Materials verweisen können.

IV. Nur freigegeben bis zur 10. Klasse!

Daraufhin kam dann leider die ernüchternde Antwort, mit welcher ich schon irgendwie gerechnet hatte:

Warum nur bis 10. Klasse? Meine Interpretation: Die große Frage, die bei der Nutzung von Videos im Raum steht ist hauptsächlich die folgende: Handelt es sich um eine öffentliche Aufführung? Sollte dies nämlich der Fall sein, dann ist die Nutzung im Unterricht nicht ganz einfach und von den Urheber*innen müsste eine Erlaubnis eingeholt werden. Bei dem nicht-öffentlichen Zeigen gibt es deutlich weniger rechtliche Hürden, ausführlich sind diese z.B. bei lehrerfreund.de zusammengefasst: YouTube im Unterricht – Urheberrecht für Lehrer/innen. Der Klassenverband stellt hierbei laut Artikel keine Probleme dar, er gilt als nicht-öffentlich (im Gegensatz zu Schulfesten). Rechtlich umstritten wird es aber ab Klasse 10, wenn Schüler*innen verschiedener Klassenverbände im Unterricht sind, z.B. bei Leistungskursen (Quelle: Lehrerfreund / RSK Medienzentrum):

Die überwiegend herrschende Rechtsmeinung – darunter auch das MSW-NRW [Schulministerium NRW] – geht davon aus, dass der Unterricht im Klassenverband in diesem Sinne nicht-öffentlich ist, jedoch Unterricht in Differenzierungsgruppen – z.B. der gymnasialen Oberstufe – öffentlich sein kann.

Im E-Mailkontakt mit dem BR wurde mir die Problemstellung  ausführlich erläutert in Bezug auf meine Nachfrage, unter welchen Bedingungen ich das Material verwenden kann (Veröffentlichung des E-mailverkehrs erfolgt mit freundlicher Genehmigung des BR im Rahmen des Zitatrechts):

Ja, die Rechtefragen bei der Nutzung von Fernseh- oder Online-Inhalten im Bildungsbereich sind oft kniffelig. Auch wir tauschen uns hier immer wieder mit Juristischen Beratern aus.
Die Videos und Unterrichtsmaterialien auf unserer Website stehen für den Einsatz im Unterricht bis zur 10. Klasse für jeden Lehrer zur Verfügung – ob online oder als Download.
Bei jeder anderen Nutzung – sei es in der Oberstufe, in AGs, Workshops oder der Uni – sind die Musikrechte nicht abgedeckt. Das heißt: Jeder, der die Videos außerhalb des privaten Gebrauchs oder nicht im Unterricht bis zur 10. Klasse nutzt, muss die in den Videos enthaltenen Musiktitel bei der Gema melden und abgelten. Somit können wir auch keine Lizenz für die weitere Nutzung oberhalb der Mittelstufe erteilen. Bei der Produktion der Videos wurden keine Musiken mit Creative Commons-Lizenzen verwendet. Das hat hausinterne Gründe.
In dem Video-Tutorial sind keine Musiken enthalten – mit Ausnahme der Trailermusik unter unserem Intro.

Kurz zusammengefasst mein Verständnis: Die Nutzung ist also in allen nicht-öffentlichen Settings mit hoher Wahrscheinlichkeit erlaubt, bei allen anderen Einsatzzwecken ist es eher riskant bzw. nicht ohne zusätzliche Erlaubnis möglich. Der BR selbst wird meiner Ansicht nach eher nicht Pädagog*innen abmahnen, aber bei den Rechteinhaber*innen der Musikstücke wäre ich da nicht so ganz optimistisch. Hinzukommt die angesprochene GEMA-Problematik.

Musikauswahl hat hausinterne Gründe?

Um es klarzustellen: Wären also von den Redaktionsmitarbeiter*innen andere, z.B. gemafreie Musiktitel verwendet worden, dann wäre auch die Nutzung in den Oberstufen rechtlich prinzipiell möglich gewesen und hätte vom BR erteilt werden können. Eine klare Antwort, warum die Redaktion sich so entschieden hat, habe ich leider nicht erhalten.

Der ÖRR und Creative Commons Lizenzen: Die Hände gebunden?

Grundsätzlich habe ich aber per Mail ebenfalls nachgefragt, warum der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) nicht „freiere“ Inhalte für Bürger*innen produziert. Meine Begründung war, dass es für mich als langjährigen Beobachter der OER-Szene sehr schmerzlich zu sehen ist, dass es bei diesem Projekt aus meiner Sicht an den Musikrechten gescheitert ist (Meist scheitert es ja u.a. an Bild- oder Videorechten von anderen Urheber*innen, hier war aber nur die BR-Redaktion Urheber).
Eine Creative Commons Lizenz gibt Lehrer*innen sowie selbstständig tätigen Akteuren wie mir nämlich eine gewisse rechtliche Sicherheit in der Bildungsarbeit: Bei einer CC BY (Namensnennung) Lizenz ist für mich klar, dass öffentliche Aufführungen der Videos ebenfalls möglich sind und ich das Video in jedem Workshop – egal ob Gerichte ihn als öffentlich oder nicht-öffentlich auslegen – zeigen darf. Selbst bei der eher unfreien Einschränkung nichtkommeziell (NC) habe ich bessere Anhaltspunkte bzgl. der erlaubten Nutzung.
Auf meine E-Mailnachfrage antwortete mir die Redaktion des BRs wie folgt:

Tatsächlich sind es juristische Hürden, die uns die Verwendung von Creative Commons-Lizenzen bei Video-Produktionen erschweren. Die Nutzung der CC-Lizenzen ist an Bedingungen geknüpft und da ist u.a. das „share alike“ ein Problem. Denn bei SA müssen wir ja auch unsere Filme zur freien Verfügung stellen. Das lassen aber die Verträge mit Autoren, Kameraleuten etc. nicht zu. Sie werden zu Recht einwenden, dass wir ja dann die Verträge abändern könnten. Aber das geht zum Teil bis in die Tarifverträge hinein, so dass uns hier die Hände gebunden sind. Und gerade als ÖRR wollen und müssen wir sehr sorgsam mit Rechtsfragen umgehen – Sie können sich sicher den medialen Aufschrei vorstellen, der bei Missachtung erfolgen würde.

So zumindest die Einschätzung des BRs im Mailverkehr. Für mich fraglich ist es allerdings, wie es dann der NDR mit seinem Creative Commons Videos bewerkstelligt, die schon seit 2010 veröffentlicht werden (Disclaimer: Die NDR-Videos stehen unter CC BY-NC-ND 3.0 DE und sind somit auch in vielen Bildungskontexten leider nicht einsetzbar. Hier spielt aber, wie oben ausgeführt, öffentlich oder nicht öffentlich keine Rolle). Im Arbeitspapier Creative Commons in der ARD. Bericht  der AG Creative Commons an die Redaktionskonferenz Online (2014) konnte ich auf die Schnelle nur die offene Frage finden, ob die Arbeitsverträge eine CC-Lizenzierung erlauben (Sachdienliche Hinweise in den Kommentaren gerne gesehen!).
Für mich stellt sich also die Frage: Waren der Redaktion tatsächlich die Hände gebunden oder hätte es doch Wege und Möglichkeiten gegeben, um das Material freier zur Verfügung zu stellen?
Wichtiger Punkt: Mir geht es bei diesem Fall weniger um ÖRR-Bashing, sondern vielmehr um einen offenen und konstruktiven Dialog. An dieser Stelle sollte auch besonders positiv hervorgehoben werden, dass die BR-Redaktion überhaupt ein spannendes Onlineangebot zu Medien in der Schule produziert hat, welches potenziell den Unterricht bereichert. 🙂

V. Die Diskussion um ÖRR und freie Lizenzen vorantreiben?

Gibt es also wirklich keine Möglichkeiten, um möglichst freie und OER-kompatible Lizenzen (CC BY, CC BY-ShareAlike, CC0) im ÖRR zu nutzen, die auch weiterverwendet und bearbeitet werden dürfen? Professor Karsten D. Wolf thematisierte diese Frage schon in einem Artikel aus dem Jahr 2015. Passenderweise erschien dieser in der Publikation des dem BR unterstehenden Instituts IZI (Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen): TELEVIZION 28/2015/1. Neben der zeitweilligen Bereitstellung von Filmsets und Ressourcen für Jugendliche forderte er folgendes:

Indem das mit öffentlichen Mitteln produzierte Material im Sinne von Creative-Commons-Lizenzen für die Weiternutzung durch YouTube-Erklärende freigegeben würde, wäre eine weitere Produktion von Erklärvideos mit professionellem Bildmaterial  –   aber z. B. veränderten Schnittfolgen, Erklärungen – gerne auch als Lipdub3 z. B. in Regionaldialekten – oder mit Erweiterungen offen. Das wäre dann auch ein dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens entsprechender Beitrag, um »Bildungsdarwinismus« vorzubeugen: Bei allem Respekt vor der Vielfalt auf YouTube sollte analysiert werden, welche Angebote und Themen differenzierter verfügbar gemacht bzw. angereichert werden sollten

Wie ist der aktuelle Stand? Das 2017 veröffentlichte Youtube-Nachhilfeformat „musstewissen“ vom Jugendsender FUNK scheint ebenfalls keine klaren Lizenzhinweise anzubieten bzw. freie Lizenzen zu verwenden.
Sehr spannend wäre hierbei für mich die Debatte darüber, ob denn die Youtube-Standardlizenz überhaupt mit den angesprochenen Tarifverträgen übereinstimmt? Mit dem Upload wird Youtube ja „eine weltweite, nicht-exklusive und gebührenfreie Lizenz“ eingeräumt? (Hinweise und Ergänzungen zum aktuellen Stand der Diskussion um Youtube- und CC-Lizenzen sowie der Tarifsvertragsproblematik im ÖRR sind gerne gesehen, werde den Artikel dann gerne entsprechend updaten!)
Über eine konstruktive Diskussion hier im Blog sowie in den Sozialen Netzwerken zu diesem Fall würde ich mich wirklich freuen, sodass die nächsten ÖRR-Projekte auch bis zur Oberstufe und in anderen Bildungskontexten mit möglichst großer Freiheit genutzt und weiterverwendet werden können.
In dem Sinne: Artikel gerne teilen!
Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar.
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Creative Commons Lizenzvertrag Gerne weiterverwenden! Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch. Urheberrechtliche Angaben zu Grafiken, Videos oder anderen verwendeten Inhalten finden sich meist direkt bei den jeweiligen Inhalten. Titelbild des Beitrags: Bayerischer Rundfunk (nicht unter freier Lizenz).

4 Kommentare

Hallo Matthias,
erst einmal: sehr cool, dass Du das Thema so ausdauernd mit dem BR diskutiert hast. Leider scheint es ja eine große Hürde zu sein, überhaupt eine kompetente Person bei den ÖRR zu erreichen. Gerade bei den neuen Funkformaten wäre ein generell offener Ansatz echt eine Sensation, aber auch hier hat man diese Möglichkeit vermutlich nicht überdacht, denn alle Formate im Linear-TV sind und waren immer schon urheberrechtlich geschützt.
Dein Artikel macht mir aber auch Hoffnung: vielleicht sind die verantwortlichen Personen beim ÖRR gar nicht so unerreichbar und vielleicht kann man da tatsächlich etwas dran ändern. Vielleicht ist es naiv gedacht, aber konstruktiv gedacht schreit das ganze doch nach einer Workforce, oder? Ich wäre dabei!
Was könnte man machen? Gehen wir davon aus, wir würden die Verantwortlichen bei den jeweiligen ÖRR-Landesanstalten identifizieren, könnte man ggf. über diese Kontakte arbeiten und bspw.: Die Verantwortlichen zu OER-Camps einladen. Die Verantwortlichen zu Multiplikatorenveranstaltungen passend zu den aktuellen Förderprogrammen einladen. Mir wäre es fast schon so wichtig, ich wäre auch ehrenamtlich zu Workshops mit denen bereit. Wäre das Bündnis Freie Bildung hier ein geeigneter Rahmen?
Du merkst: ich habe Blut geleckt und steter Tropfen höhlt den Stein. Ich bin mir sicher, „schnell“ wird man da nichts erreichen, aber wenn wir jetzt anfangen, vielleicht in 1-2 Jahren…
Mal schauen, ob es weitere Kommentare gibt, wenn Du Lust hast, können wir uns mal genauer dazu austauschen.
VG Anja

Das erinnert mich sehr an eine Anfrage, die ich vor zwei Jahren ans BMBF gestellt habe. Ich wollte wissen, wieso es nicht mit gutem Beispiel voran gehe und die eigenen Publikationen zur Hochschulwelt, etc. unter einer freien Lizenz veröffentliche. Ich meine auch gefragt zu haben, weshalb man dasselbe nicht öffentlich geförderten Hochschuldidaktikprojekten (z. B. Qualitätspakt Lehre) zur Auflage mache, denn die machen vielerorts dasselbe anstatt auf das zurückzugreifen (oder zurückgreifen zu können), was andere sowieso schon erstellt haben.
Dummerweise hatte ich noch eine Publikation als Beispiel genannt. Die Antwort bezog sich nämlich fast nur darauf und erklärte mir an diesem Einzelfall juristisch, was ich auch vorher schon wusste. Auf die eigentliche Frage wurde leider nicht geantwortet.
Ich habe nun nicht um Erlaubnis gefragt, aber die Antwort fällt für mich unter das Informationsfreiheitsgesetz:

Sehr geehrter Herr Tacke,
vielen Dank für Ihre Anfrage per Mail vom 16. März an das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Zu den Gründen, warum das BMBF nicht unter freie Lizenzen, wie die von Ihnen erwähnten Creative-Common-Lizenzen stellt, antworte ich wie folgt:
Die von Ihnen angesprochenen BMBF-Publikationen, die Sie z.B. auf unserer Homepage (www.bmbf.de) unter Service/Publikationen finden, bestehen nicht nur aus eigenen, sondern vielfach auch aus von uns als Ministerium eingekauften Bild-, Graphik- und Textinhalten. An diesen Inhalten bestehen jedoch fremde Urheberrechte. Als öffentliche Verwaltung und damit aus Kostengründen sowie dem stets zu beachtenden Wirtschaftlichkeitsprinzip der öffentlichen Verwaltung sind wir aus Kostengründe gehalten, uns lediglich einfache Nutzungsrechte an diesen fremden Inhalten einräumen zu lassen. Diese einfachen Nutzungsrechte gestatten es dem Erwerber, das Werk neben dem Urheber oder anderen Berechtigten, auf die ihm erlaubte Art zu nutzen, § 31 Abs. 2 UrhG. Für die Einräumung der Nutzung dieser Inhalte durch Dritte, u.a. im Rahmen einer CC-Lizenz, bedarf es in diesem Fall der ausdrücklichen Zustimmung des Urhebers, § 34 UrhG. Für diese umfangreicheren Lizenzen würden uns deutlich höhere Kosten entstehen. Das bereits dargelegte Prinzip der Wirtschaftlichkeit bindet uns, uns lediglich einfache Nutzungsrechte an diesen fremden Inhalten einräumen zu lassen. Hier fehlt dann also die rechtliche Befugnis, diese Inhalte Dritter zu einer über die Publikationszwecke des BMBF hinausgehenden Nutzung zu überlassen.
Ihre Anregung, Inhalte kostenlos zur Verfügung zu stellen, haben wir aber mit großem Interesse verfolgt.
Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen ein angenehmes und erholsames Osterfest in Braunschweig.
Mit freundlichen Grüßen aus Berlin verbleibe ich zunächst.
Im Auftrag

Offenbar habe ich mein grundlegendes Anliegen nicht verständlich herüber gebracht — oder im BMBF konnte man damals mit dem Begriff freier Lizenzen überhaupt nichts anfangen. Wie sonst wäre es zu erklären, die mit „Inhalte kostenlos zur Verfügung zu stellen“ gleichzusetzen? Kostenlos zu beziehen waren und sind die PDFs. Im Gegensatz zu dir war ich jedoch nicht so engagiert hinterher und habe nur eine kurze, den Sachverhalt gerade rückende E-Mail hinterhergeschickt. Vielleicht sollte ich einen neuen Anlauf starten? Die Publikationen des BMBF im Bildungsbereich sind immer noch nicht frei lizenziert, und von öffentlich geförderten Hochschuldidaktikprojekten fordert man Entsprechendes auch nicht.